Heiko und Björn Uphoff werden sich beruflich mit ihrem Unternehmen Kfz-Elektrik wieder nach Radevormwald orientieren. Kfz-Meister Heiko Uphoff war im Jahr 2000 mangels Fläche nach Halver ausgewichen. FOTO: Nico Hertgen

 23. Januar 2013 | 00.00 Uhr
Radevormwald
Jetzt auch Platz für kleine Unternehmen


Radevormwald. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) hat ihre Ansiedlungspolitik geändert. Auch Handel und Dienstleistung bekommen eine Chance. Im Sommer kehrt Kfz-Elektrik Uphoff zurück. Gebaut wird an der Rudolf-Diesel-Straße. Von Wolfgang Scholl

 

Vor 13 Jahren gab es die Diskussion, ob die WFG im neuen Gewerbegebiet Ost auch kleineren Unternehmen wie KFZ-Werkstätten Grundstücke für Neuansiedlungen verkaufen soll. Kfz-Meister Heiko Uphoff wollte damals seine Werkstatt aus Hönde verlagern. Da die Stadt kein neu zu bebauendes Grundstück zur Verfügung stellte, verließ er im Jahr 2000 die Stadt in Richtung Halver. Jetzt verlagert Sohn Björn Uphoff das kleine Unternehmen zurück nach Radevormwald – ins Gewerbegebiet Ost an die Rudolf-Diesel-Straße. Dort steht bereits die Halle, der Innenausbau wird bald in Angriff genommen.

"Wir haben unsere Strategie geändert", sagt Rainer Meskendahl, der WFG-Geschäftsführer. Damals habe es die Gesellschaft noch nicht gegeben. Unter dem damaligen Technischen Dezernenten Matthias Buckesfeld habe es die Devise gegeben, Grundstücke nur nach einem bestimmten Punktesystem zu verkaufen. Dazu zählten der Flächenverbrauch pro Arbeitsplatz, die Umweltverträglichkeit und die Zukunftsperspektive für das Unternehmen, die Branche und die Produkte.

Da es bereits mehrere Kfz-Werkstätten im Gewerbegebiet Mermbach gab, konnte zum Beispiel Kfz-Meister Heiko Uphoff damals eine ausreichende Punktezahl nicht erreichen. "Inzwischen haben wir aber unsere Kriterien geändert", sagt Meskendahl. Man werde jetzt im Einzelfall entscheiden, ob man ein Grundstück verkaufe. Die WFG will jetzt für Neuansiedlungen auch kleinere Grundstücke zur Verfügung stellen.

"Die Stadt muss aber trotzdem vorsichtig mit dem Verbrauch von Gewerbe- und Industriegrundstücken sein, weil sie auf absehbare Zeit keine neuen Flächen mehr ausweisen darf", sagt Meskendahl, "die Stadt muss und wird weiter Herr des Verfahrens bleiben." Neue Flächen werden so ausgewiesen, dass die WFG sie flexibler vermarkten kann. Bei der Planung werden die Terrassen so angeordnet, dass eine Fläche in einem Stück oder auch parzelliert verkauft werden kann.

An der Rudolf-Diesel-Straße (unterhalb der langen Gerade B 229/483) gibt es jetzt zwei neu zu bebauende Grundstücke mit einer Fläche von etwa 3000 Quadratmetern, die von Uphoff und dem Dachdeckerbetrieb Frank Voss aus Herbeck bebaut werden.

Bei Uphoffs wird mit Sohn Björn (32), der 2010 seine Kfz-Techniker-Meisterprüfung absolvierte, die nächste Generation ab Sommer im Gewerbegebiet Ost die Geschäfte weiterführen. Mitarbeiten werden Vater Heiko, der mit dann bald 64 Jahren aber kürzertreten will, im Büro Jennifer Radermacher und vorerst eine Teilzeitkraft. Die Werkstatt in Halver im Gewerbegebiet Weißenpferd werden die Uphoffs nach der Umsiedlung aufgeben.

Spezialisiert haben sich Heiko und Björn Uphoff auf die Reparaturen von Nutzfahrzeugen und Bau- und Landmaschinenfahrzeugen, besonders auf Elektrik- und Hydraulik-Komponenten und die Starter- und Generatoren-Instandsetzung.

Hinzu kommen der Neuteile-Verkauf von der Batterie bis zu Teilen für die Beleuchtung und der Anhängerzubehör. Der Verkauf der Anhänger könnte wie früher ein weiteres Geschäftsfeld sein.

Die vornehmlich gewerblichen Kunden kommen weiterhin aus dem großen Umfeld vom rheinisch-bergischen Wermelskirchen bis zum westfälischen Hagen.

Quelle: RP/rl